Bouldern

Bouldern (abgeleitet von engl. boulder = Felsblock) nennt man das Klettern ohne Seil und Gurt an Felsblöcken, Felswänden oder in der Kletterhalle in Absprunghöhe, wobei „Absprunghöhe“ ein individueller Begriff ist.

Beim Bouldern liegt der Schwerpunkt in der Regel kürzer (nicht so hoch), nur wenige Züge langer sogenannter „(Boulder-)Probleme“, die teilweise schwierige, selbst innerhalb des Kletterns ungewöhnliche Bewegungsabläufe erfordern. Eine Seilsicherung ist hierzu nicht notwendig, zur Dämpfung von Stürzen werden Crashpad genannte Matten verwendet. Zusätzlich zu Crashpads kann die Hilfestellung eines oder mehrerer Sicherungspartner, Spotter genannt, nötig sein. Der Spotter soll den Kletternden nicht auffangen, sondern lediglich sicherstellen, dass er sicher auf dem Crashpad landet und nicht umfällt oder stolpert. Es kann sowohl an Naturfelsen als auch an Kunstwänden gebouldert werden, außerdem ist Bouldern eine Disziplin des Wettkampfkletterns.

Bouldermatten (auch Crashpads genannt) verringern die Verletzungsgefahr beim Sturz. Um einen kontrollierten Sturz mit den Füßen zuerst nach unten zu ermöglichen, kann der Boulderer von einer Person gespottet werden, d. h. ein Kletterpartner hält sich bereit, Oberkörper und Kopf des fallenden Kletterers abzufangen. Ursprünglich diente das Bouldern dazu, Kletterbewegungen ohne das Risiko gefährlicher Stürze zu trainieren oder als Notbehelf, um die fehlende Erreichbarkeit von Felsen oder Bergen auszugleichen. Zeitweise wurde das Bouldern deshalb auch als „Angsthasenklettern“ diskreditiert. In den 1970er Jahren ist es dann als eigene Disziplin populär geworden und hat seither – vor allem seit den 1990er Jahren – einen rasanten Aufschwung genommen.

Eines der weltweit bekanntesten Bouldergebiete liegt bei Fontainebleau südlich von Paris. Bei den Felsen um Fontainebleau handelt es sich um ein historisches Boulderareal. Bereits um 1900 bestiegen die „Bleausards“ (so nennen sich die dortigen Boulderer) die dort im Wald liegenden Sandsteinfelsen. In Fontainebleau wurde im Jahr 1947 der sogenannte Boulderparcours erfunden. Hierbei handelt es sich um eine Aneinanderreihung von einzelnen Boulderproblemen, deren Schwierigkeit eine gewisse Homogenität aufweist. Der Parcours ist durchnummeriert, farblich gekennzeichnet und wird hintereinanderweg geklettert. Manche Parcours sind so gestaltet, dass bei ihrer Begehung der Boden nicht betreten werden muss. Vielmehr ist es möglich, durch Abklettern, Queren und Hinüberspringen durchgängig in Felskontakt zu bleiben. Ein weiteres, in letzter Zeit äußerst populär gewordenes Bouldergebiet befindet sich bei Cresciano im Tessin (Schweiz).

Dieser Text stammt aus der freien Enzyklopädie wikipedia.

Relevante Themen

Klettern ist...

...eine nach oben oder unten gerichtete Fortbewegungsart, bei der der Mensch Hände und Füße benutzt, es handelt sich also um eine verschärfte, erschwerte Form des Steigens.

Passende Links