Schwierigkeitsskalen
Als Schwierigkeitsskala bezeichnet man beim Klettern und Bergsteigen eine Skala aus Zahlen und/oder Buchstaben, die die Schwierigkeit einer Kletterroute beschreibt. Durch die Verwendung einer Bewertungsskala lässt sich die Schwierigkeit verschiedenener Kletterrouten vergleichen.
Während es bei den meisten Spielformen des Kletterns nur eine Bewertungsskala gibt, hat sich beim Freiklettern eine Vielzahl an Bewertungssysteme entwickelt, die teilweise auch unterschiedliche Schwerpunkte bei den Einflussfaktoren setzen. Die meisten dieser Skalen sind nur regional von Bedeutung, nur drei bzw. vier sind überregional gebräuchlich und dienen damit auch als Referenz zur „Umrechnung“ der anderen Skalen. Die überregional gebräuchlichen Bewertungsskalen sind die französische Skala, die UIAA-Skala, teilweise auch die amerikanische Skala sowie beim Bouldern die Fontainebleau- oder kurz Fb-Skala.
Im deutschsprachigen Raum wird im Allgemeinen die UIAA-Skala verwendet, wobei in Klettergebieten, die häufig von Kletterern aus anderen Nationen besucht werden, die französischen Bewertungen teilweise parallel verwendet werden. Ebenso ist die Grenze, wo die französische Skala Anwendung findet, nach Süden und Westen fließend. Eine Ausnahmestellung in Deutschland hat die in der sächsischen Schweiz bereits vor dem 2. Weltkrieg gebräuchliche sächsische Skala, die sich durch die Trennung Deutschlands zusammen mit der dortigen Kletterethik nahezu unbeeinflusst von den anderen Skalen entwickelt hat. Sie wird auch in anderen ostdeutschen Klettergebieten verwendet, so etwa im Zittauer Gebirge.
Die Umrechnung der verschiedenen Bewertungsskalen ist nicht linear, daher geschieht dies meist mit Hilfe von Tabellen.
Die gebräuchlichsten Bewertungsskalen
Die UIAA-Skala wird in römischen oder arabischen Ziffern angegeben. Möglich sind ganze Zahlen, Auf- bzw. Abwertungen durch Nachstellen eines „+“ oder „-“ sowie Feinabstufungen wie beispielsweise „7+/8-“ (zwischen einer 7+ und einer 8-).
Die Französische Skala wird in arabischen Ziffern, sowie jeweils einem Buchstaben (a, b oder c) angegeben. Wie in der UIAA-Skala sind Aufwertung mit „+“ und Zwischenwerte möglich, jedoch keine Abwertung mit „-“.
Die schwierigsten derzeit gekletterten Routen befinden sich im Bereich XI+ (UIAA) bzw. 9a+ (franz.). Dieser Grad wurde erstmals im Jahr 2001 von Chris Sharma für die Route Realization in Ceüse, Frankreich, vergeben. Die Routen Akira (XII/9b) von Fred Rouling (1995) und Chilam Balam (9b+) von Bernabé Fernandez (2003) sind zwar noch schwerer bewertet, jedoch sind diese Routen nie wiederholt und die Bewertungen nie von anderen Kletterern bestätigt worden. Beide Bewertungen werden in der Kletterszene angezweifelt, da die Kletterer, die sie erstbegangen haben, diese Schwierigkeitsgrade vergeben haben, ohne Begehungen in anderen Routen ähnlicher Schwierigkeit vorweisen zu können.
| Bewertung | frz. Skala | sächsische Skala | amerikanische Skala |
|---|---|---|---|
| I | 1 | - | - |
| II | 2 | - | - |
| III | 3a | III | 5.0 |
| III+ | 3b | - | 5.1 |
| IV- | 3c | - | 5.2 |
| IV | 4a | IV | 5.3 |
| IV+ | 4b | V | 5.4 |
| V- | 4c | - | 5.5 |
| V | 5a | VI | 5.6 |
| V+ | 5b | - | 5.7 |
| VI- | 5c | VIIa | 5.8 |
| VI | 5c+ | VIIb | 5.9 |
| VI+ | 6a | VIIc | 5.10a |
| VII- | 6a+ | VIIIa | 5.10b |
| VII | 6b/6b+ | VIIIb | 5.10c |
| VII+ | 6b+/6c | VIIIc | 5.11a |
| VIII- | 6c+ | IXa | 5.11b |
| VIII | 7a | IXb | 5.11c |
| VIII+ | 7a/7b | IXc | 5.11d |
| IX- | 7b/7b+ | Xa | 5.12a/5.12b |
| IX | 7c | Xb | 5.12c |
| IX+ | 7c/8a | Xc | 5.12d/5.13a |
| X- | 8a | XIa | 5.13b |
| X | 8b | XIb | 5.13c/5.13d |
| X+ | 8b+/8c | XIc | 5.14a |
| XI- | 8c+ | XIIa | 5.14b/5.14c |
| XI | 9a | XIIb | 5.14d |
| XI+ | 9a+ | XIIc | 5.15a |
Relevante Themen